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Der Duft der Maiglöckchen v. Heidrun Böhm
Der Duft der MaiglöckchenWir freuen uns gemeinsam mit der Autorin Heidrun Böhm, der ich für ihre Krimisatire alles Gute wünsche.Zum Inhalt:Barbara Winter wohnt mit Ehemann Gernot im Städtchen Schrobenheim. Hier blühen die Maiglöckchen in den gepflegten Vorgärten und die Nachbarn hängen hinter den Gardinen, um keine Bewegung ihrer Mitmenschen zu verpassen. Die junge Frau fühlt sich unwohl in dieser Umgebung und auch ihre Ehe scheint in letzter Zeit nicht mehr so perfekt zu sein, wie sich das eine anständige Schrobenheimerin wünschen sollte. Noch ahnt Barbara nicht, dass Gernot sie mit ihrer Freundin Veronika betrügt. Beide planen bereits Barbaras baldiges Ableben, denn nach dem Tod ihres Vaters wird sie eine anständige Summe Geld erben. Doch Barbara kommt hinter die Mordpläne und bald werden die Jäger selbst zu Gejagten.Die Autorin Heidrun Böhm veröffentliche bereits in der vom Traumstunden Verlag herausgebrachten Anthologie „Märchenhaus -Geschichten für den Kaminabend“. Sie war außerdem Mitglied der Autorengruppe Zimmerer in Albstadt, ihrer Heimatstadt. Die meisten ihrer Gedichte und Geschichten sind aus Alltagserlebnissen entstanden. „Der Duft der Maiglöckchen“ ist ihr erstes veröffentlichtes Einzelwerk.ISBN:978-3-943596-05-2 9,90 Euro Bestellungen nehmen wir gern entgegen unter:
bestellung@ traumstunden-verlag.com
Leseprobe:
Es war nicht so, wie es schien. Kommissar Berger hatte seinen Beruf geliebt. Er konnte nichts daran ändern, dass seine Mundwinkel nach unten hingen, unter seinen blauen Augen schwarzeSchatten lagen und seine Stirn tiefe Falten aufwies. Er hatte immer so ausgesehen. Nur seine ehemals braune Lockenpracht wich einem spärlich grauen Haarkranz, der heute seinHaupt bedeckte. Er war Single, da er nie auf den Gedanken gekommen war, zu heiraten. Frauen hatten für ihn etwas Rätselhaftes, Mystisches an sich. Er hatte nicht gelernt, damitumzugehen und wollte es nicht mehr lernen. Er war auch so gut zurechtgekommen. Nun war er fünfundsechzig Jahre alt, pensioniert und konnte seinen Ruhestand genießen. Er hatte sich ein kleines, weiß verputztes Häuschen mit grünen Fensterläden und einem roten Ziegeldach gekauft. Das Häuschen lag nur ein paar Hundert Meter vom Waldrand entfernt. Es gab darin eine Küche, einWohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Gästezimmer. Das Gästezimmer war genau genommen überflüssig. Besuch erwartete er sowieso keinen. Er hatte weder Freunde noch Verwandte.Aber er konnte in diesem Zimmer seine alten Akten aufbewahren, in denen er immer wieder gerne stöberte. Und das Wandern lag ihm im Blut. Dafür war Schrobenheim ein ausgezeichnetes Fleckchen Erde. Berger liebte es, durch die Wälder zu streifen und die klare Luft einzuatmen. Er liebte den Geruch der Tannennadeln und die Stille in den Wäldern. Dem Rauschen der Blätter im Wind und dem Gesang der Vögel konnte er stundenlang zuhören.An einem herrlichen Maitag machte er sich auf den Weg in den Wald. Er hatte sich vorgenommen, den ganzen Tag zu wandern.Berger schritt kräftig aus. Bald würde er den Waldrand erreicht haben. Die Glocken der nahen Kirche schlugen neunmal, der Wind war mild und streichelte seine Wangen. Fröhlich pfiff er eine kleine Melodie, die er schon seit seiner Kindheit kannte:„Das Wandern ist des Müllers Lust“ Er erinnerte sich noch gut an den Tag, an dem er dieses Lied zum ersten Mal gehört hatte. Das war damals als …Ein dumpfes Geräusch, das aus dem Wald kam, durchdrang die Stille. Berger zuckte zusammen. Das war ein Schuss gewesen!Auch wenn er nicht mehr im Dienst war, reagierte er unweigerlich so, wie es ihm seine jahrelange Berufserfahrung eingab. Er rannte los so schnell er konnte und tastete dabei nach einer Waffe, die er natürlich nicht dabei hatte. Dabei stolperte er über einen Maulwurfshügel, konnte sich eben noch abfangen bevor er auf die Nase fiel, und kam keuchend oben an. Doch er war zu spät gekommen. Im Wald raschelte etwas. Berger sah eine kleine dunkelhaarige Frau, die eine Pistole in der Hand hielt, durch das Gehölz flüchten.Dicht am Waldrand lag ein kleiner stämmiger Mann, der mit offenen blauen Augen in den Himmel starrte. Durch das weiße Hemd sickerte Blut. Berger sah; der Schuss hatte ihn mitten ins Herz getroffen. Da war nichts mehr zu retten. Er kannte die Einwohner von Schrobenheim nicht alle. Aber Gernot Winter, der hier vor ihm auf dem Boden lag, den hatte er gekannt. Die Dame mit der Pistole musste die Frau aus Polen sein, die seit einiger Zeit Gernot Winters zweite Gattin gewesen war. Entsetzt musterte er die Leiche und überlegte sich, ob er der Frau folgen sollte. Aber er stand wie festgewachsen im Gras. Etwas Unbestimmbares, das er nicht greifen konnte, hinderte ihn daran.
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